Ein Spaziergang auf der Museumsinsel im Februar 2013

Teddy vor dem Alten MuseumDer Wintertag war wunderbar. Die Luft war klar und die Sonne schien - endlich mal wieder. Und so beschloss ich einen Spaziergang über die Museumsinsel zu machen.

Wie der Name schon sagt findet man hier auf dem nördliche Teil der Spreeinsel jede Menge Museen. Seit 1999 gehört die Museumsinsel zum Weltkulturerbe.

Der Berliner DomIm Mittelalter war hier alles Sumpfgebiet. Auf dem südlichen Teil der Insel, der etwas höher liegt,entstand damals im 13. Jahrhundert die Stadt Cölln, die im späten Mittelalter zu Berlin-Cölln zusammenwachsen sollte.

Die Entwässerung der nördlichen Spitze kam im 17. Jahrhundert als der Teil der Spree kanalisiert wurde. So konnte man hier anfangen zu bauen.

Mein Spaziergang begann am Lustgarten. Diese Parkanlage gehörte ursprünglich zum Berliner Schloss und wurde um 1645 von Kurfürst Friedrich Wilhelm errichten worden lassen.

Panorama Altes Museum und Berliner DomAber die Museumsinsel war nicht immer eine Museumsinsel. Im Laufe der Zeit wurde sie unterschiedlich genutzt. Während im 17. Jahrhundert befand sich hier die Orangerie, der sogenannten Pomeranzenhof, für die exotischen Pflanzen des Lustgartens.

Säulen des Alten MuseumsUnter Friedrich Wilhelm I. wurde das Gelände eher pragmatisch als Packhof genutzt. Es befanden sie hier eine hölzerne Drehkrananlagen, ein Mehllagerhaus und ein Salzmagazin.

Um 1810 wurde beschlossen, nach den Vorschlag des Archäologe Aloys Hirt, ein Museum für Kunstschätze errichtet. Der berühmte Architekt und Maler Karl Friedrich Schinkel stelle 1822 seine Pläne für die Bebauung der Insel vor. Und so einstand 1830 der erste Museumsbau auf der Museumsinsel.

Figur vor dem Alten MuseumDas Alte Museum wurde 1825 bis 1830 von Karl Friedrich Schinkel. das Gebäude, gebaut im Stil des Klassizismus, hieß zur Eröffnung Neues Museum und wurde später Königliches Museum umbenannt. Seit 1845 hat es seinen heutigen Namen.

Es war das erste Museum der Museumsinsel und beherbergte die königlichen Kunstsammlungen. Heute findet man hier die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin.

Teddy vor dem Berliner DomMein Blick fiel hetzt auf den Berliner Dom. er ist deutlich später gebaut, von 1894 bis 1905 nach Plänen von Julius Raschdorff. Er soll an die italienische Hochrenaissance und den Barock erinnern.

Vor ein paar Jahren war ich zur Längen Nacht der Museen im Dom. Heute wirkte er vor dem schönen blauen Himmel einfach wunderbar.
Der Dom ist 116 Meter hoch.

Modell der Berliner Museumsinsel

Blick die Spree entlangIch spazierte weiter an der Spree entlang. Hier steht ein Modell der ganzen Museumsinsel für Blinde. Ich war beeindruckt, wie groß doch der gesamte Komplex ist. Nagut, ich bin ja auch nicht der größte Teddy...

Der linke SpreearmIch kam am Pergamonmuseum vorbei. Der Haupteingang ist derzeit wegen Bauarbeiten geschlossen. Sonst stehen hier die Menschen in langen Schlangen und warten, heute jedoch war es hier leer. Das PergamonmuseumDie Sonne ließ das Wasser der Spree glitzern. Heute war das Wetter einfach zu schön, um ins Museum zu gehen.

Das Pergamonmuseum und das BodemuseumDas Pergamonmuseum wurde 1930 eröffnet. Der Vorgängerbau 1899 wurde 1908 abgerissen, da der Bau zu klein und die Fundamente instabil waren.

Der neue Bau beherbergt nicht nur die Antikensammlung, sondern auch Stücke der Islamischen Kunst, den berühmten (und sehr beeindruckenden) Pergamonaltar, das Markttor von Milet und vieles vieles mehr. Ich muss das Museum unbedingt mal wieder besuchen.

Das BodemuseumGleich neben dem Pergamonmuseum befindet sich das Bodemuseum. Die beiden Gebäude werden getrennt durch die S-Bahn, die hier im 2 Minutentakt vorbeirauscht.

Das BodemuseumDirekt an der Spitze der Museumsinsel gelegen strahlt das Bodemuseum nach seiner letzten Sanierung nun wieder in voller Schönheit.
1904 wurde es als Kaiser-Friedrich-Museum eröffnet. Seinen heutigen Namen hat es seit 1956 von dem deutschen Kunsthistoriker und ehemaligen Generaldirektor der Museen, Wilhelm von Bode.

Hier befinden sich eine große Skulpturensammlung, das Museum für Byzantinische Kunst und das wirklich beeindruckende Münzkabinett.

Blick zum FernsehturmIch spazierte über Monbijoubrücke am Haupteingang des Bodemuseums vorbei. Die Brücke wurde von 1902 bis 1904 gebaut und ist benannt nach dem einstigen Schloss Monbijou.

Ich verließ also die Insel und spazierte im Sonnenschein am Spreeufer entlang.

Die S-BahnbrückeFriedrichbrücke, Berliner Dom und Alte NationalgalerieÜber die Friedrichsbrücke kam zurück auf die Museumsinsel. Die Brücke wurde seit 1703 mehrfach erneuert und dieses Jahr auch mal wieder.

Blick zum Berliner DomVon dieser Brücke hat man einen schönen Ausblick auf den Berliner Dom in die eine Richtung. Blickt man gen Norden so sieht man zwischen den Häuserfronten die goldene Kuppel der Synagoge in der Oranienburger Straße in der Sonne glitzern. 

Die Kuppel der SynagogeDie Alte NationalgalerieTeddy vor der Alten NationalgalerieIch erreichte die Alte Nationalgalerie. Sie wurde 1876 eröffnet.

Hier befindet sich die Kunstsammlung. Werke des Klassizismus, der Romantik, des Biedermeier, des wunderbaren Impressionismus und der beginnenden Moderne werden hier ausgestellt.

Säulen an der Alten NationalgalerieNach meinem Spaziergang wollte ich hier eine Ausstellung besuchen: "Romantik und Mittelalter - Architektur und Natur in der Malerei nach Schinkel". Aber erst wollte ich das schöne Wetter weiter genießen.

Das Neue MuseumGleich neben der Alten Nationalgalerie befindet sich das Neue Museum. Nach langer Restaurierung wurde das Museum erst 2009 wiedereröffnet.

Gebaut wurde es zwischen 1843 und 1855 vom Architekten und Friedrich August Stüler, einem Schüler von Karl Friedrich Schinkels. Hier findet man das Ägyptische Museum und Papyrussammlung mit der berühmten und sehr beeindruckenden Büste der Nofretete. Fassadenstück des Berliner SchlossesAuch das Museum für Vor- und Frühgeschichte ist hier untergebracht.

Ich spazierte weiter zurück zum Lustgarten und über die große Prachtstraße Unter den Linden. Mein Blick wanderte über die riesige Baustelle des neuen Berliner Schlosses.

Turm des Roten RathausesNoch hat man einen schönen Blick zum Roten Rathaus, zur Nikolaikirche im Nikolaiviertel, hinüber zum ehemaligen Staatsratgebäude mit dem Balkon des Berliner Schlosses vor dem Karl Liebknecht am 9. November 1918 die „sozialistische Republik" ausrief.

Baustelle Berliner Stadtschloss

Ich hüpfte zurück zur Alten Nationalgalerie und genoss einen kleinen Imbiss im Museumscafé.

In der Alten Nationalgalerie findet man in der ersten Etage unter anderem Werke von Johann Gottfried Schadow, einem der bedeutesten preußischen Bildhauer. Gleich als erstes wird man von den Prinzessinnen begrüßt. Aber auch Adolph Menzels "Balkonzimmer" und das "Eisenwalzwerk" sind hier ausgestellt.

Teddy vor dem Gemälde Die zweite Etage ist dem zum einem dem Impressionismus gewidmet. Werke von Monet, Manet, Degas, Renoir und vielen mehr sind hier zu sehen. Aber auch u.a. Feuerbach, Böcklin und eine sehr große Sammlung Max Liebermann.

Ich wollte heute jedoch in die 3.Etage. Hier sind Werke von Caspar David Friedrich, Schinkel, Blechen und noch mehr aus der Zeit der deutschen Romantik. Heute jedoch wollte ich die Sonderausstellung "Romantik und Mittelalter - Architektur und Natur in der Malerei nach Schinkel" besuchen. Säulengang vor der Alten NationalgalerieHier gab es jede Menge Gemälde von Schinkel, Gaertner und Lessing zu sehen. Hauptausstellungsstück war Schinkels Gemälde "Gothische Klosterruine und Baumgruppen", welches ab sofort dauerhaft in der Galerie zu sehen ist. Die Alte Nationalgalerie am AbendEs hat mir sehr gefallen.

Als ich das Museum verließ war es schon dunkel geworden und die Wolken hatten wieder das Kommando übernommen. Ich genoss noch kurz die Pracht der Museumsinsel und machte mich dann langsam auf den Weg zu meiner geliebten Couch. Ich war ganz schön müde von den vielen schönen Eindrücken.

Der Berliner Dom am Abend

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