Markersbach im Erzgebirge im Sommer 2012

Abgang der 380 kV Leitung Ich fuhr früh los. Heute wollte ich einen Ausflug ins sächsische Erzgebirge machen. Das Wetter war zwar nicht das Schönste, aber für einen Besuch im Pumpspeicherwerk Markersbach und eine Wanderung durch das Erzgebirge war es ideal. Die Sonne schien ab und zu, es war nicht zu warm und vor allem regnete es nicht mehr. Teddy in der Kaverne

Um die Mittagszeit erreichte ich Markersbach. Es ist ein kleiner Ort mit nicht mal 2000 Einwohnern. Er liegt an der Mittweida im sächsischen Erzgebirge. Das Pumpspeicherkraftwerk befindet sich am Berg Hundsmarter. Dort beginnt auch die Führung durch das Kraftwerk.

Generatoren von SkodaEin Pumpspeicherwerk (kurz PSW) nutzt die Wasserkraft, um über eine Turbine Elektrizität zu erzeugen. Dabei wird aus dem sogenannten Oberbecken Wasser durch Rohrleitungen gelassen, welches dann die Turbinen antreibt. Das Wasser sammelt sich im Unterbecken. Das Oberbecken wird dann (meist nachts) wieder aufgefüllt, indem das Wasser aus dem Unterbecken wieder hochgepumt wird. So fungiert ein KugelschieberPumpspeicherwerk als Energiespeicher. Das PSW Markersbach hat eine Leistung von rund 1050 Megawatt.

Nach einem kurzen Einführungsvortrag über das Kraftwerk und die Geologie des Gebietes bekamen wir einen Helm und fuhren mit einem Fahrstuhl in die sogenannte Kaverne - ungefähr 100 Meter hinunter unter Tage. In der Kaverne befinden sich die Maschinen, d.h. die Turbinen und alles was dazu gehört.

Blick in die KaverneDie Kaverne ist 44 Meter über Normalnull und eine Besonderheit unter den Pumpspeicherkraftwerken. Sie liegt etwas unterhalb der Gewässersohle des Unterbeckens.

Das Wasser läuft aus dem Oberbecken in die Triebwasserleitung und fließt durch den Kugelschieber. Dieser ist zum "Verriegeln" der Wasserleitung da und ein ganz schön großes Ding. Nach dem Schieber gelangt das Wasser in die Pumpturbine. Tunnel zur KaverneIn Markersbach werden Francisturbinen verwendet. Diese Turbine treibt den Generator an. Über die Generatorableitung wird der erzeugte Strom aus der Kaverne in die Maschinenschaltanlage übertragen und speist dann oberhalb in die 380 kV-Freileitung ein. Das Wasser verläßt durch den Unterwasserstollen wieder die Kaverne und gelangt in das Unterbecken.

Teddy im TunnelDas PSW Markersbach ging 1979 in Betrieb.

Teddy im ErzgebirgeIch wanderte zum Oberbecken, welches in rund 848 Meter Höhe liegt. Ich wählte den direkten Aufstieg und kam ganz schön ins Schwitzen. Man hüpft da schon einige Höhenmeter nach obenDer direkte Weg zum Oberbecken.

Mit einem Stauvolumen von 6,5 Millionen Kubikmetern kann das Pumpspeicherwerk 4 Stunden Leistung ins Übertragungsnetz einspeisen.

Die Treppe zum Oberbecken

Oben am Becken angekommen kann man noch eine steile Treppe erklimmen, um den aufgeschütteten Wall zu überwinden. Dann ist man direkt am Wasser - wenn denn welches hochgepumpt wurde...

Panorama OberbeckenDer Ausblick von hier oben ist einfach beeindruckend. Das riesige Wasserbecken - es fehlten da schon ein paar Liter - lässt einen Teddy schon klein wirken. Die erzgebirgische Landschaft kannte ich bis jetzt noch nicht, aber sie ist wirklich schön.

Panorama ErzgebirgeTeddy am OberbeckenVon hier oben kann man bis nach Tschechien schauen. Auch sieht man den Fichtelberg, den höchsten Berg in Sachsen. Er ist rund 1215 Meter hoch.

Die schöne hügelige Landschaft mit ihrem satten Grün lädt überzeugend zum Wandern ein.Blick ins Erzgebirge

Der Wasserstand im Oberbecken ist immernoch eher gering und es wird auch kein Wasser hochgefördert. Also hüpfte ich weiter.

Tor des Zufahrtstunnels

Meine Wanderung ging weiter zum Unterbecken, vorbei am riesigen Tor des Zufahrtsstollens, über die Talsperre hinüber und noch etwas durch die Landschaft weiter.

Panorama MarkersbachDie Talsperre Markersbach staut den kleinen Fluss Mittweida. Es ist ein rund 393 Meter langer Erddamm mit Asphaltaußendichtung mitten im Tal. Das Unterbecken hat ein Stauvolumen von 7,7 Millionen Kubitkmetern.

Panorama UnterbeckenAuf der einen Seite sieht man das Pumpspeicherwerk. Die Übertragungsleitung überspannt das Unterbecken und geht dann in die Landschaft des Erzgebirges über. Blickt man zur anderen Seite sieht man Markersbach.

Teddy am UnterbeckenAls kleiner Teddy sollte man sich hier festhalten, da es doch schon etwas windig sein kann.

380 kV FreileitungIch wanderte weiter am Unterbecken entlang, über die Talsperre hinweg, und stieg dann einen Berg hinauf, um in das Nachbartal zu kommen. Die Landschaft wechselte zwischen Wald und Feldern. Die letzten Tage schien hier viel Regen gewesen zu sein, meine Pfoten platschten durch Pfützen und Matsch, aber es machte richtig Spaß.

Panorama ErzgebirgeIch erreichte den Scheibenberg und damit auch meine Unterkunft für die Nacht. Nach 3 Stunden Wandern durfte ich endlich wieder gemütlich auf einer Couch kuscheln. Am nächsten Morgen fuhr ich wieder nach Berlin.

Panorama Erzgebirge

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