Im Kyffhäusergebirge auf der Suche nach Barbarossa im Sommer 2012

Teddy in der KaiserpfalzIch fuhr am frühen Nachmittag los. Von Berlin bis nach Thüringen sind es schon einige Kilometer.
Ich machte Halt in Halle an der Saale, um mir die berühmte Himmelsscheibe von Nebra anzuschauen. Im Landesmuseum für Vorgeschichte gibt es eine sehr interessante Ausstellung dazu. Auch ist hier alles - von der Steinzeit an - über die menschliche Entwicklung erklärt. Ich kann nur sagen, ein Besuch lohnt sich wirklich.

Ich fuhr weiter und erreichte am Abend meine Unterkunft in der Kaiserpfalz. Die Luft war herrlich frisch und sauber. Also hüpfte ich noch ein wenig durch die Felder und genoss die schöne Landschaft.

Panorama Kaiserpfalz

Blick zum Kyffhäuser-DenkmalAm nächsten Morgen stand ich früh auf - ich hatte viel vor. Mein erstes Ziel war das berühmte Kyffhäuserdenkmal im Kyffhäusergebirge.

Auf dem Kyffhäuserburgberg steht auf einer Höhe von rund 440 Metern ein Denkmal. Kleine Maus im KyffhäusergebirgeEs wird auch Barbarossa- oder Kaiser-Wilhelm-Denkmal genannt. Errichtet wurde es 1890 bis 1896 zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. Es ist das drittgrößte Denkmal Deutschlands.

Man kann es schon von weitem sehen. Es trohnt über der Landschaft. Leider musste ich feststellen, dass es etwas eingerüstet war - beeindruckend wirkte es aber trotzdem.

GedenktafelVom Parkplatz spaziert man etwa 15 Minütchen auf einer guten, asphaltierten Straße bis zum Eingang des Denkmals. (Hier nur ein Erfahrungstipp am Rande: Nehmt Bargeld mit, dort oben ist keine Kartenzahlung möglich.)

Als erstes kommt man auf die riesige Plattform vor dem Hauptturm. Von hier aus hat man schon einen großartigen Blick über das Kyffhäusergebirge und den Kyffhäuserwald.

Blick von der PlattformDas Kyffhäuser-Denkmal

Das Kyffhäuser-DenkmalTeddy an der künstlichen BarbarossagruftDas Denkmal wurde nach dem Tod Kaiser Wilhelm I. im Jahr 1888 geplant. Zu der Zeit wurden viele solcher Monumentaldenkmäler zu Ehren des deutschen Kaisers errichtet und vor dem größten dieser Kaiser-Wilhelm-Denkmäler stand ich nun.

Der Wind blies mir ganz schön um die Öhrchen und ich musste aufpassen, dass ich nicht wegflog.

Ich hüpfte die Treppen hinauf, um zur künstlichen Grotte zu kommen. Hier sitzt der berühmte Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, in seiner Höhle

Barbarossa in der künstlichen GrotteDie Legende besagt, dass der Kaiser Barbarossa einst als Friedenskaiser zurückkehren wird. Derzeit schläft er in seiner Höhle im Kyffhäuserberg. In der langen Zeit wächst sein Bart und reicht schon zweimal um seinen Steintisch herum. Ist der Bart so lang, dass er ein drittes Mal herumreicht, so beginnt das Ende der Welt. Um den Berg herum kreisen Raben. Solange diese fliegen schläft der Kaiser. Doch wacht er endgültig auf, so bringt er den vertrockneten Walser-Birnbaum zum Blühen und die letzte Schlacht zwischen Gut und Böse auf dem Walserfeld beginnt.

Teddy macht PauseAber hier in der künstlichen Grotte unterhalb des Reiterstandbilds sitzt nur eine Statue aus Sandstein. Sie ist 6,5 Meter hoch und irgendwie imposant. SäulenDer Bildhauer Nikolaus Geiger musste sie vor Ort erschaffen - und das bei jedem Wetter. Die Säulen ringsherum sind mit Schlangen und ähnlichen mythischen Symbolen verziert. Sie wirken fast wie aus der Mayakultur.

Schaut man nach oben, sieht man das 11 Meter hoche Reiterstandbild aus Kupfer von Kaiser Wilhelm I. Die Statue ist allerdings auch schon etwas vom Wetter geprägt und war deshalb ebenfalls zur Restauration eingerüstet.

Blick von der Plattform

Ich hüpfte weiter auf die nächste Ebene. Von dort hat man einen schönen Ausblick auf die Landschaft, aber ich wollte hoch hinaus. Vom Turm aus musste die Aussicht noch besser sein.

Der Eingang der KuppelhalleIch spazierte weiter zum rund 57 Meter hohen Turm. Tritt man in das Innere des Denkmals kommt man erst einmal in die Kuppelhalle. Dort beginnt der Aufstieg.

Blick zur Oberburg mit dem BarbarossaturmUm ganz nach oben zu gelangen muss man 247 Stufen hinaufhüpfen. Das ist ganz schön anstrengend. Für die Anstrengungen wird man jedoch belohnt.

Schon auf den ersten Aussichtspunkten kann man einen Überblick über die gesamte Burganlage bekommen.

Je höher man klettert desto weiter kann man ins Land schauen, aber vorsicht, es ist ganz schön hoch!

Blick nach untenTeddy auf dem Kyffhäuserdenkmal

In der KaiserkroneHat man die Kaiserkrone, die die Spitze des Turms darstellt, erreicht kann man nicht nur das Kyffhäusergebirge überblicken sondern auch den Thüringer Wald, die Goldene Aue und den Harz.

Es ist wirklich schön, in die weite Landschaft zu schauen. Bei schönem klaren Wetter kann man bestimmt noch viel weiter sehen.

Das Kyffhäusergebirge ist das kleinste Mittelgebirge Deutschlands mit etwa 60 km² Fläche. Es hebt sich wie eine Insel aus der flachen Landschaft, man nennt das (geologisch) Pultschollengebirge.

Der Ausblick ist wunderbar, aber der Wind hatte mich ganz schön durchgepustet und so hüpfte ich die vielen Stufen wieder hinunter.

Panoramablick vom Kyffhäuserdenkmal

Im unteren Bereich, in den zwei Seitenkammern, gibt es eine Ausstellung. Hier werden die einzelnen Epochen des Kyffhäuserdenkmals gezeigt, von der Weimarer Republik über das 3. Reich bis zur Zeit der DDR. Ein Blick lohnt sich.

350 Millionen Jahre altes HolzIch verließ den Turm und spazierte vorbei an versteinertem Holz - angeblich 350 Millionen Jahre alt - zum Burgmuseum. Hier erfährt man viel über die Geschichte der alten Burganlage und ihre Legende.

Teddy vor dem BarbarossaturmDie Burganlage war einst rund 600 m lang. Errichtet wurde sie zur Regierungszeit Friedrich I. Barbarossa, also im 12. Jahrhundert. Ob Barbarossa wirklich hier war, weiß man jedoch nicht.

Mauerreste der OberburgDie Anlage ist in die Unter-, Mittel- und Oberburg aufgeteilt. Von der Plattform des Denkmals aus kann man zur Unterburg schauen. Man sieht dort die ehemalige Mauer mit einer Höhe von gut 10 Metern. Die Mittelburg ist so gut wie gar nicht erhalten.

In der Mitte der Oberburg befindet sich der Barbarossaturm. Er ist eine rund 17 Meter hohe Bergfriedruine mit 3 Meter dicken Mauern und sieht ziemlich neugemacht aus. Ich fand den Turm nicht ganz so beeindruckend wie die Mauerreste drum herum.

Man kann auf den Turm hinauf. Es ist auch nicht so anstrengend. Einige kleinere Ausstellungsräume sind zu besichtigen und man hat einen schönen Ausblick auf das Kyffhäuserdenkmal.

Panorama Kyffhäuserdenkmal

Ich spazierte noch ein wenig durch die alten Grundmauern der Burganlage und war von der Baukunst des 12. Jahrhunderts echt beeindruckt.

Langsam reichte es, ich hüpfte am rund 176 Meter tiefen Burgbrunnen (den wohl tiefsten der Welt) vorbei in Richtung Ausgang.


Eingang zur BarbarossahöhleIch war jetzt oben gewesen, nun wollte ich in die Tiefe. Ich machte mich auf den Weg zur Barbarossahöhle. Hierbei handelt es sich um eine Anhydrithöhle (oder auch Gipshöhle) im Kyffhäusergebirge. Und sie ist einen Besuch wert!

In der HöhleDie Höhle wurde 1865 bei der Suche nach Kupferschiefer entdeckt. Und schnell wurde sie zur Attraktion. Millionen von Besuchern kamen seitdem her und bestaunten die wunderschönen skurrilen Gipslappen, die von der Decke der Höhle hängen. Entstanden sind diese Lappen durch die Umwandlung des Anhydrits in Gips (Kalziumsulfat) aufgrund der Luftfeuchtigkeit in der Höhle.

Die GipsdeckeTeddy in der HöhleIch war fasziniert. Diese Höhle, die ursprünglich Falkenburger Höhle hieß, mit ihren Grotten und Seen ist wirklich beeindruckend. Die Spiegelung der Decke in dem glasklaren Wasser lässt die Höhle unendlich wirken.

Lichtbrechung Durch die starke Lichtbrechung, hervorgerufen durch die Sättigung des Wassers mit Gips, kann man die Tiefe der bis zu 4 Meter tiefen Seen nur erahnen.

See in der Höhle

Hier war es ganz schön kühl. Die herabhängende Decke war schon etwas beängstigend, aber ich bin ja ein mutiger Teddy.

Panorama Barbarossahöhle

AlabasteraugenAn manchen Stellen sieht man strahlendweiße Flecken an den Wänden und Decken der Höhle, die sogenannten Alabasteraugen. Alabaster ist die reinste Form des Gipses.

Teddy auf dem Thron des BarbarossaEine Sehenswürdigkeit in der Barbarossahöhle sind der steinerne Thron und der steinerne Tisch des Kaisers. Sie symbolisieren die Sage des bald wiederkehrenden Friedenskaisers. Ich hab mich auch mal schnell raufgesetzt...

Nachdem wir durch fast jeden Höhlenbereich durchspaziert sind kamen wir zum Ausgang. Das grelle Tageslicht blendete mich im ersten Augenblick. Aber es war schön, wieder an der Oberfläche zu sein.

An der Barbarossahöhle

Der Tag war aufregend gewesen. Ich setzte mich ins Auto und fuhr zurück zu meiner Unterkunft in der Kaiserpfalz. Ich genoß den warmen Abend und ging bald schlafen. Am nächsten Morgen ging es zurück nach Berlin. Es war ein sehr schöner Ausflug!

Blick zum Berg

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